Offene Arbeit mit Kindern

Ein Hauptziel der offenen Arbeit mit Kindern besteht darin, Kinder zu einer selbsttätigen Entwicklung, zur Selbstbestimmung und zur gesellschaftlichen Mitverantwortung zu befähigen. Indem Kindern „Orte und Gelegenheiten für vielfältige Erlebnisse, Erfahrungen und weitgehend selbst gesteuerte Aktivitäten“ eröffnet werden. Dadurch lassen sich eigensinnige Bildungsprozesse fördern, Kinder erfahren Selbstwirksamkeit, sie werden aktive GestalterInnen ihrer unmittelbaren Lebenswelt. Dies gelingt vor allem dann, wenn Offene Arbeit mit Kindern im sozialen Nahraum resp. Wohnumfeld der Kinder stattfindet und ihre speziellen Bedürfnisse, Interessen und Lebenswelten berücksichtigt.

Kinder brauchen Freiräume

Ein Freiraum ist ein Betätigungsfeld, in dem das Kind aktiv und kreativ wirken kann. Es gibt keine vorgegebenen Strukturen.
Das Kind muss mit allen Sinnen Erfahrungen sammeln: es muss entdecken, experimentieren, riechen, schmecken, spüren und erleben. Es muss sich den Raum aneignen. Freies Spiel dient der Lebensbewältigung, denn im freien Spiel gibt das Kind den Ton an und macht mit anderen Kindern soziale Erfahrungen die nicht strukturiert sind. Gerade in der Fantasie lernt das Kind seine Einbildungskraft einzusetzen und zu abstrahieren. Kinder suchen sich im Spiel intuitiv selbst Herausforderungen die ihre intellektuelle Entwicklung vorantreiben. Wer nicht spielen darf ist in seiner Entwicklung eingeschränkt, was Kreativität und Konzentrationsfähigkeit betrifft. Spass und Freude sind der Schlüssel zum erfolgreichen und nachhaltigen Lernen. Viele Spielzeuge sind so uniform, dass man damit nichts anderes als das Vorgegebene machen kann. Natürlich gibt es auch beim Freispiel drinnen und draussen Risiken. Aber die Kinder müssen lernen damit umzugehen, denn wenn sie das als Kind nicht lernen, suchen sie als Erwachsene den Kick und gehen dabei viel grössere Risiken ein. Überbehütung und Angst geben dem Kind die Botschaft mit: das Leben ist gefährlich.